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By Margrit E. Kaufmann

Zeitgleich mit der Offnung der innereuropiiischen Grenzen wurden die Grenzen nach auGen, fUr Fliichtlinge und Migrantlnnen - mit Ausnahme von males schen privilegierter Schichten -, zunehmend geschlossener. Begriindet wird dies insbesondere damit, dass die 'Grenzen der Belastbarkeit' hinsichtlich der Aufnahme von mehr Menschen erreicht seien. Doch in der Bundesrepublik Deutschland beispielsweise zeigt die derzeitige Familienpolitik, die sich urn Anreize zur Geburtenforderung bemiiht, dass hier durchaus mehr Menschen erwiinscht sind. Es besteht additionally die gesellschaftsspezifische Vorstellung, dass es hier 'zu viele Andere' und 'zu wenig Eigene' gebe, used to be sich in einer ent sprechenden Migrations- und Geburtenpolitik manifestiert. - Der Wunsch nach einer 'Andere' ganzlich ausschlieBenden Migrationspolitik lasst sich allerdings heute nicht mehr aufrechterhalten, weil die deutsche Wirtschaft fUr bestimmte neue Technologiebereiche dringend mehr Fachkrafte fordert, die im Ausland angeworben werden miissen. -Fur 'Frauen', die potentiell (noch) die Kinder gebaren, bedeutet die Unerwiinschtheit von 'Anderen' und die Er wiinschtheit von mehr 'Eigenen', dass sie je nach Zuordnung bestimmten Forderungen und Kontrollen unterstehen. Solche Beobachtungen geben den AnstoG zur vorliegenden Theoriearbeit, die interdisziplinar angelegt ist mit Schwerpunkt im Bereich feministischer Ethnologie/Kulturanthropologie. Sie stellt Begriffe, Theorien, Denkweisen und politische Praxen vor, die mit der Produktion, der Diskriminierung und der Ausgrenzung von 'Anderen' verbunden sind und hat zum Ziel - beispiel haft vermittels des Gebarens -, die Verwobenheit von Rassismen und Sexis males aufzuzeigen. Dadurch solI sie Argumentationshilfen bieten, urn Unge rechtigkeiten gegeniiber 'Anderen', die im allgemeinen Konsens nicht als solche empfunden werden, im Hinblick auf Menschenrechtsforderungen ein klagbar zu machen.

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Mit dem Antisemitismus als Spezialform des Rassismus auseinandergesetzt (vgl. In GroBbritannien gehen heutigen Rassismusanalysen die Debatten der 70er Jahre urn Carmichaels und Hamiltons Black Power und John Rex' Race Relations in Sociolocical Theory voraus (vgl. Miles 1995: vii). Heute stehen sich besonders die Forschungen von Stuart Hall (vgl. 1994; 1997) und dem CCCS, Centre for Contemporary Cultural Studies in Birmingham, und von Robert Miles (vgl. ; 1991a; 1991b: 189), Leiter der Research Unit Migration and Racism in Glasgow, gegeniiber (vgl.

SI Ich mochte noch darauf hinweisen, dass sich heute der Rassismusbegriff durch zwei pragnante Verschleierungsformen ausweitet. Erstens wird er verVerfolgungen die weiteren Verfolgten, Sinti und Roma, korperlich oder geistig Behinderte, KommunistInnen, oftmals unerwiihnt. a. fUr Deutschland, die Niederlande und Frankreich. In Gro8britannien hingegen ist Rasse im politischen und tiffentlichen Diskurs weit verbreitet und hat wie bereits unter institutionellem Rassismus beschrieben, einen formaIen juristischen Status, bspw.

Jugendliche - in einer Gesellschaft mit gewaltbesetzter Miinnlichkeit vor allem miinnliche Jugendliche -, die eine angstbesetzte, traumatisierende Kindheit erlebt haben, scheinen von daher besonders priidestiniert filr offensichtlich rassistisches Verhalten. Aber Nadig und Parin betonen, dass Rassismus und Nationalismus keine Sache einzelner - in ihrer Kindheit traumatisierter - Menschen ist, sondem den jeweiligen gesellschaftlichen Strukturen entsprechen. 43 Die subjektiven Vorurteile, 'Feindbilder' und Wahnvorstellungen sind AUSdruCk der jeweiligen Gesellschaft und ihrer Kultur.

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